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Michael Heinen-Anders, freier Schriftsteller und Diplom-Ökonom

 



DAS HANDWERK DER DICHTUNG

Ich lernte Dichtung zuerst in der Realschule kennen, wofür ich
meinem damaligen Deutschlehrer Herrn Tornow noch immer sehr dankbar bin.
Texte aus dem Unterricht, etwa von Borchert, regten mich an zu eigenen
Texten - zunächst nur Prosa,später dann ab der 10. Klasse auch Lyrik.
Aber wie beneidete ich die Kollegen aus der selbstgegründeten Literatur-Werkstatt, die alle bereits das Abi hatten, meist mit Deutsch als Leistungskurs und in der Regel Germanistik studierten.
Als ich dann begann mit anderen Dichtern eine Literaturzeitschrift, nämlich HANDZEICHEN (Zeitung für unveröffentlichte Texte) in Köln
herauszugeben, da bemerkte ich das theoretische
Gefälle zwischen mir und den anderen doch sehr schmerzlich.

Doch mein eigentliches Studium der Literatur hatte ich ja bereits in der Buch(groß)händlerausbildung durchlaufen.
Ab ihrem Ende, nämlich 1979 war ich dann auch ohne reguläres Studium in der Lage ambitionierte Texte völlig eigenständig zu verfassen.
Ab 1980 besuchte ich dann die Fachoberschule und bekam auch dort von wechselnden Lehrern ein wenig theoretisches Rüstzeug mit.
Anfangs orientierte ich mich noch an den großen Vorbildern: Franz Kafka,
Max Frisch, Elias Canetti, Hans Magnus Enzensberger, Nicolas Born, Friederike
Mayröcker, Günter Bruno Fuchs, Bertold Brecht, Jean-Paul Sartre und wie sie alle hießen. Auch Rudolf Steiners Dichtungen hinterließen allmählich Spuren.
Doch allmählich dann im Laufe der weiteren Jahre begann ich das Handwerk des Dichtens gewissermaßen mit ausgeschwitztem Blut und Wasser zu lernen.
Das Dichten war mir so wesentlich geworden, wie anderen das tägliche Brot.
"Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein..." (NT) und Rudolf Steiners
1. Leitsatz der endet: "Anthroposophen können daher nur Menschen sein, die gewisse Fragen über das Wesen des Menschen und die Welt so als Lebensnotwendigkeit empfinden, wie man Hunger und Durst empfindet." - Diese Worte wurden für mich zum Inbegriff meiner eigentlichen dichterischen Arbeit,
die ich zwar nicht von Grund auf gelernt, aber mir über lange Zeit erarbeitet habe.
Ein anderes Handwerk habe ich nie gelernt, handwerklich bin ich völlig unbegabt. Doch Texte auch theoretisch zu fassen, dies wurde mir im Rahmen meines Wiwi-Studiums (1982 - 1988) noch obendrein vermittelt.
Und vor allem lernte ich auch noch die Philosophie und Wissenschaftstheorie so intensiv kennen, als dass ich mit theoretischen Beiträgen zur Literatur, von denen es aber nur wenige gibt, heute nicht mehr direkt als Outsider auffallen muss.


Michael Heinen-Anders

10.10.10

 

 

PS: Einige kurze Bemerkungen zur zeitgenössischen Lyrik

 

Ich zitiere ein Lyrikhandbuch: 

"Durch den völligen Verzicht auf die Regeln der Metrik nähert sich der freie Vers der Prosa an."



Das ist ein Grundproblem aller modernen, zeitgenössischen Lyrik. 
Durch weitgehenden Verzicht auf Reim und Metrik bleiben nur noch Metaphorik, Zeilensprung sowie "Sprachdichte" als wesentliche Stilmerkmale übrig. 

Daher nähert sich die zeitgenössische Lyrik eigentlich immer mehr einer früheren Spezialform, nämlich dem Prosagedicht an, weshalb manche Lyriker zur deutlicheren Unterscheidung doch wieder auf Reim und Metrik als Mittel zurückgreifen. Diesen

Rückgriff auf Reim und Metrik halte ich allerdings für überholt, gerade auch weil

die visuelle Poesie (z.B. in "Fisches Nachtgesang" und "Die Trichter" von Christian Morgenstern) diese als satirisches Mittel einsetzt, so dass ein steter Reim, häufig

nur noch mit einer besonders humorigen Aussage assoziiert wird (z.B. bei dem "Volksdichter" Wilhelm Busch).  Gewollte, also nicht gekonnte, Reime, geraten so schnell zu Formen des unfreiwilligen Humors.


Ganz besonders stark sieht man die durchaus zeitgenössische Tendenz zum Prosagedicht im Werk von Erich Fried, aber auch bei Hans-Magnus Enzensberger

sowie last but not least auch bei Günter Bruno Fuchs. 

 

Auch ich selbst neige zum freien Vers, mithin also zum Prosagedicht.

 

Dennoch greife ich gelegentlich - wenn es inhaltlich passt - auch zu

versteckten - also indirekten - Reimformen und auch zu Verswiederholungen,

um das lyrisch ausgesagte besser zur Geltung zu bringen.

 

Dennoch teile ich insgesamt die Auffassung, dass sich in der Postmoderne

die Lyrik der Prosa teilweise annähern muss, um weiterhin ein adäquates - also verstandenes - Mittel des literarischen Ausdrucks, sein zu können.

 

Literatur:

* Michael Heinen-Anders: DAS LITERARISCHE GESAMTWERK 1969 - 2011, BOD, Norderstedt 2011

 

 

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Zum Verhältnis des Katholizismus zur Anthroposophie

 

Außer vereinzelten Versuchen, wie etwa durch Prof. Dr. Martin Kriele und Willi Seiß (aber auch durch Dr. Michael Frensch und Wilhelm Maas), den Katholizismus mit der Anthroposophie zu versöhnen, kennzeichnet gegenwärtig eine innere Fremdheit, das Verhältnis von Katholiken und Anthroposophen, was z.B. einen Valentin Tomberg auch nötigte, nach seiner Konversion zum Katholizismus radikal mit der Anthroposophie zu brechen. Insgesamt verhindert die katholische Glaubensdogmatik die freie Entfaltung des Menschenwesens so nachhaltig, als dass von einem starken Gegensatz zwischen diesen beiden Strömungen gesprochen werden kann, der unüberbrückbar scheint. Nicht nur der Machtanspruch der Jesuiten und des derzeit in der katholischen Kirche tonangebenden Opus Dei, sondern auch ein gewisser Kavadergehorsam der Katholiken in aller Welt, sorgt dafür, dass die anthroposophische Literatur für Katholiken vielfach wie verbotene Schriften erscheinen müssen.

 

Literatur:

* Michael Heinen-Anders: Aus anthroposophischen Zusammenhängen, BOD, Norderstedt 2010

* Michael Heinen-Anders: Aus anthroposophischen Zusammenhängen Band II, BOD, Norderstedt 2013

 

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